Emotionen im Business: Sich selbst gut und gesund führen (Teil 1)
/So oder so ähnlich könnten Sie am Arbeitsplatz emotional herausgefordert sein:
• Ein Mitarbeiter kommt in Ihr Büro und berichtet, dass das neue Projekt, anders als erwartet, nicht erfolgreich ist. Sie werden wütend und schreien ihn an. Beinahe hätten Sie ihm noch einen Gegenstand vom Schreibtisch hinterher geworfen, können sich aber gerade noch beherrschen. Hinterher fühlen Sie sich schlecht.
• Sie fühlen sich seit einigen Wochen erschöpft und ausgelaugt, schlafen nicht gut. Der Arzt kann nichts feststellen und verschreibt Ihnen ein leichtes Schlafmittel. Trotz besseren Schlafs müssen Sie sich zusammenreißen, um zu arbeiten. Sie haben nur noch wenig Freude an Ihrem Leben.
• Ständig fühlen Sie sich unter Strom. Gern würden Sie sich richtig entspannen können, aber wenn Sie sich zu einem Nickerchen hinlegen, kreisen die Gedanken. Selten können Sie richtig ausspannen. Es ist viel in Ihnen los.
Wenn das innere Erleben belastend ist
Mit solchem störenden Erleben sind Sie nicht allein: Viele Millionen Menschen leiden unter diesen oder ähnlichen belastenden inneren Zuständen. Bei etlichen liegen die Ursachen in Erfahrungen, die sie vor allem früh im Leben gemacht haben. Alles, was wir erleben und was eine emotionale Bedeutung für uns hat, speichern wir. Wenn sich Ähnliches oft wiederholt, entwickeln wir mit der Zeit grundlegende Überzeugungen und Glaubenssätze. Und die sind oft aus negativem Erleben gespeist und wirken sich störend aus.
Wie Glaubenssätze uns bestimmen
Die meisten unserer grundlegenden Überzeugungen sind uns nicht bewusst. Und selbst wenn wir sie kennen sollten, sind wir oft nicht einfach so in der Lage, sie zu verändern. Rationales Verstehen und Entscheiden reicht dann nicht aus. Wir fühlen uns unter Umständen sogar wie fremdbestimmt, wir wollen und können doch nicht. Emotionen wie Ärger und Traurigkeit oder körperliche Zustände wie Erregung, Anspannung oder auch Schmerzen scheinen dann Regie zu führen.
Die fünf häufigsten inneren Antreiber und Überzeugungen
Typischerweise haben wir Sätze in uns, die sich in unserem Verhalten auswirken. Bei vielen Menschen sind das:
„Sei stark!“ – „Ich muss immer stark sein.“
„Sei perfekt!“ – „Ich muss immer perfekt sein.“
„Beeil dich!“ – „Ich muss mich immer beeilen.“
„Streng dich an!“ – „Ich muss mich immer anstrengen.“
„Mach´s allen recht!“ – „Ich muss es allen recht machen.“
Vieles von dem, was wir tun, ist durch solche oder ähnliche Sätze bestimmt. Manchmal durch einen, manchmal durch mehrere. Sie sind alle individuell, weil sie mit uns selbst zu tun haben. Wenn wir diese Muster noch nicht erkannt haben, merken wir nicht einmal, was uns da bestimmt. Und oft ist es nicht sinnvoll und förderlich, dass und wie eine Überzeugung unser Denken, Fühlen und Handeln leitet.
Bewusst sich selber führen
Auf den Punkt gebracht: Wir sind der unwillkürlichen eigenen Führung durch unbewusste Überzeugungen weitgehend ausgeliefert. In uns werden wir immer wieder geführt, ohne es zu merken. Wir sind nicht in dem Maß Herr im eigenen Haus, wie es sein sollte. Das gilt prinzipiell für jeden Menschen. Meist steckt hinter diesen Sätzen ein „sonst...“, eine Befürchtung, was geschieht, wenn man sich anders verhält. Deshalb sind die Glaubenssätze so machtvoll und hartnäckig.
Die gute Nachricht: Wir können etwas tun. Es ist förderlich, die unbewusste Selbstführung in eine bewusste zu verwandeln. Die Glaubenssätze zu erkennen. Zu verstehen, welche Aufgabe sie haben. Und dann ein neues Arrangement mit ihnen zu finden.
Wie das gehen kann, erfahren Sie hier im zweiten Teil.
Autor: Karin Dölla-Höhfeld, 13.02.2018, www.hoehfelds-hof.de