Emotionen im Business: Sich selbst gut und gesund führen (Teil 2)

Selbstführung ist gesund

Die unbewusste in eine bewusste Führung verwandeln: Das kostet etwas, nämlich auf jeden Fall

1.     Mut aufbringen, um sich dem zu stellen

2.     Zeit investieren, um sich darauf einlassen zu können

Das ist wichtig zu wissen. Die Frage: Ist es mir das wert?

Denn gleichzeitig ist es ein lohnendes Unterfangen. Je mehr ich aus einer inneren Ruhe und Stärke agiere, desto gesünder ist es für mich. Es wirkt sich auf das gesamte Stress-System und damit auf die gesamten Vorgänge im Körper aus. So werden tatsächlich etwa das Herz-Kreislauf-System und entzündliche Prozesse beeinflusst. Und die sind verantwortlich für viele gesundheitliche Probleme.

Veränderung zu scheuen ist normal

Menschen mögen keine Veränderung, das ist in uns so angelegt. Sicherheit ist lebensnotwendig, und das Bedürfnis danach steht einer noch so notwendigen Veränderung in der Regel im Weg. Wir wollen, das alles bleibt wie es ist, weil das keine Gefahr bedeutet. Wie verständlich!

Veränderung, zumal wenn sie uns viel kostet, ist ein Prozess. Es dauert, bis wir uns darauf einlassen können und wollen. Das heißt, es gibt eine Ablehnungsphase, bevor wir uns dem Thema widmen und nach und nach erfahren, dass die Veränderung positiv für uns ist.

Das kann folgendermaßen aussehen:

Die 7 Phasen der Veränderung nach John P. Kotter

1.     Schock, Apathie

2.     Verneinung, Ablehnung

3.     Auseinandersetzung, rationale Einsicht („Ja, aber...“)

4.     Emotionale Einsicht, Akzeptanz

5.     Ausprobieren, Trial and Error

6.     Erkenntnis, Selbstsicherheit

7.     Integration, Routine

Das heißt: Irgendwann ist das neue, veränderte Denken, Fühlen und Handeln normal geworden und ins Leben integriert. Für das Einsteigen in den Prozess braucht es Vertrauen darauf, dass etwas Gutes entsteht. Und das ist meist der Knackpunkt.

Vertrauen bekomme ich nicht einfach so, wie auf Knopfdruck. Vertrauen will aufgebaut werden. Und dabei hilft Resilienz - innere Stärke.

Resilienzfaktoren unterstützen

Der Begriff „Resilienz“ – innere Stärke, Widerstandskraft, Elastizität – ist heute recht verbreitet. Die Frage, wie sie gefördert werden kann, interessiert im Berufs- wie im Privatleben. Kein Wunder bei steigenden Krankheitszahlen durch seelische Belastungen, immer mehr Fällen von Burnout und Depression.

Resilienz ist wichtig, sie kann allerdings nicht trainiert werden wie zum Beispiel reines Zeit- oder Projektmanagement. Unsere Psyche ist sehr komplex, ihr kann nicht so einfach etwas beigebracht oder verordnet werden. Gefühle wie Angst oder Wut spielen eine große Rolle und können Gründe für Ausweichmanöver oder Ablehnung sein. Dem liegen in der Regel mit diesen Emotionen verknüpfte Erfahrungen zugrunde. Hilfreich ist dann eine Haltung von Verständnis und Akzeptanz. Und zwar mit sich selbst.

Resilienz stärkende Haltungen und Verhaltensweisen unterstützen den Prozess hin zu einer gesunden Selbstführung. Sie anzustreben ist auf jeden Fall förderlich. Der Dachverband der amerikanischen Psychologen empfiehlt folgende Einstellungen und Verhaltensweisen für innere Stärke:

10 Wege zu mehr Resilienz

1.     Knüpfe positive soziale Beziehungen!

2.     Sehe Krisen als zu überwinden an!

3.     Akzeptiere, dass Veränderung zum Leben dazugehört!

4.     Geh auf deine Ziele zu!

5.     Entscheide dich!

6.     Suche Möglichkeiten, dich selbst zu erforschen!

7.     Nähre eine positive Sicht von dir selbst!

8.     Bewahre die Dinge im Blick!

9.     Erhalte dir eine hoffnungsvolle Perspektive!

10.   Kümmere dich um dich!

Und wenn dir das alles schwer fällt: Hol dir Hilfe dazu!

(American Psychological Association 2008)

Ich hoffe, es war einiges Anregende für Sie dabei. Was wollen Sie jetzt damit tun?

Autor: Karin Dölla-Höhfeld, 20.02.2018, www.hoehfelds-hof.de

Und hier geht es zum ersten Teil.