5 Schritte, mit denen Sie eine Lebenskrise meistern
/Tiefschläge passieren
Das Unternehmen geht pleite. Sie verlieren den Job. Die Ehe zerbricht. Sie werden krank. Ein Schicksalsschlag wirft Sie aus der Bahn. Sie können einfach nicht mehr.
Nach einem plötzlichen Schlag oder dem Zusammenbruch nach großer anhaltender Belastung ist es nur normal, dass Sie alles erst einmal verdauen müssen. Es ist notwendig, dass Sie sich davon erholen. Lassen Sie sich dabei ruhig unterstützen. Und nehmen Sie sich dafür die Zeit, die Sie brauchen.
Nach dem Erholen können Sie etwas tun
Das Leben sucht sich manchmal harte Wege. Jeder steht irgendwann vor Umständen, die sich scheinbar nicht ändern lassen. Doch auch in solchen Situationen haben Sie mehr Einfluss, als Sie denken.
Dieser Blogbeitrag zeigt fünf Schritte, wie Sie Ihrer Herausforderung und schwierigen Lebenssituation begegnen können - und Ihre Lebenskrise meistern.
Besondere Situationen verlangen besondere Maßnahmen
Keiner braucht sie, keiner will sie. Und doch kommen Sie einfach: Herausforderungen und Probleme, die ins Leben hereinplatzen und bleiben. Experten nennen sie „Restriktionen“. Gemeint sind Situationen oder Bedingungen, die man zwar gerne ändern würde, die von einem selbst aber nicht geändert werden können. Und Menschen bringen dann oft sehr viel Kraft auf, um unerwünschte Situationen oder Phänomene möglichst wegzubekommen.
Kraft geschickt einsetzen
Typischerweise misslingen diese Versuche jedoch, und das Unerwünschte bleibt, wie es ist. Dann erleben wir uns als Opfer und beginnen, uns als inkompetent und schwach abzuwerten. Das kostet noch mehr Kraft.
Lebenskrisen sind besondere Situationen. Deshalb brauchen sie ein besonderes Vorgehen, um sie zu meistern. Und das geht in fünf Schritten:
Schritt 1:
Identifizieren Sie Ihre Situation, die Sie nicht verändern können
Restriktionen sind Bedingungen oder Situationen, die sich momentan oder dauerhaft nicht verändern lassen - sei es durch die äußeren Umstände oder die fehlende innere Kraft.
Gegen diese Einschränkungen anzukämpfen, ist der natürliche Impuls. Besser ist es, sie zunächst einmal anzuerkennen und zu würdigen. Verrückt wie es klingt. Doch so verhindern Sie, dass Sie gegen das Problem immer wieder erfolglos angehen – und am Ende frustriert und erschöpft sind.
Beeinflussen Sie statt zu kämpfen
Fragen Sie sich:
• Was an meiner Situation kann ich beeinflussen?
• Was liegt außerhalb meines Einflussbereichs?
Ordnen Sie in drei Kategorien ein:
• Dinge, die Sie verändern können
• Dinge, die Sie jetzt noch nicht verändern können
• Dinge, die Sie gar nicht verändern können
Reflektieren Sie, was davon Sie am meisten belastet.
Akzeptieren Sie, dass bestimmte Situationen aktuell oder auch dauerhaft nicht zu verändern sind. Dies bedeutet nicht, dass Sie resignieren, sondern dass Sie die Realität als solche anerkennen. Gewinnen Sie Klarheit darüber, was Sie aktiv gestalten können. Das macht es Ihnen sofort leichter. Und Sie bekommen sogar neue Energie.
Schritt 2:
Würdigen Sie Ihre Sehnsuchtsziele
Das Sehnsuchtsziel repräsentiert etwas zutiefst Bedeutungsvolles für eine Person.
Würdigen Sie deshalb Ihre Wünsche für die Zukunft, auch wenn sie momentan unerreichbar sind. Erkennen Sie an, dass sie wertvoll sind.
Wohin soll es gehen?
Schreiben Sie Ihr Sehnsuchtsziel auf und fragen Sie sich, warum dieses Ziel für Sie so wichtig ist. Welche positiven Gefühle oder Werte verbinden Sie damit? Stellen Sie sich vor, wie es wäre, dieses Ziel zu erreichen. Würdigen Sie die Energie, die Sie dafür bisher investiert haben.
Sie sind chronisch krank geworden, und das hindert Sie daran, Ihren bisherigen Lebensstil aufrechtzuerhalten? Laden Sie sich selber ein, die gesundheitlichen Einschränkungen anzunehmen. Und schätzen Sie gleichzeitig Ihr Sehnsuchtsziel, zum Beispiel, dass Sie sportlich aktiv sein möchten. Finden Sie alternative Wege, um Ihre Lebensqualität zu verbessern - wie leichtere Sportarten, Tanzen oder Wandern.
Lenken Sie Ihre Energie auf das Mögliche
Attackieren Sie nicht Ihr Problem. Es ist sowieso nicht zu lösen. Sondern konzentrieren Sie Ihre Energie darauf, das Mögliche aus Ihrer Situation herauszuholen. Erhalten Sie sich Ihre langfristigen Wünsche und Sehnsuchtsziele. Geben Sie sie nicht auf. Denn sie repräsentieren Ihre wichtigen Werte und Motivationen. Und die können Sie anders leben.
Lassen Sie Ihr positives Bild von der Zukunft bestehen, auch wenn es Ihnen jetzt unerreichbar erscheint. Überlegen Sie, warum dieses Ziel für Sie so wichtig ist - etwa das Streben nach einem erfüllten Leben, nach Sicherheit oder Zugehörigkeit. Klopfen Sie sich selbst auf die Schulter für die Kraft und Motivation, die Sie dafür aufbringen.
Schritt 3:
Entwickeln Sie zweitbeste Ziele, um Ihre Lebenskrise zu meistern
Finden Sie erreichbare Alternativen, die Ihnen ein Gefühl von Erfolg, Kompetenz und Kontrolle geben. Statt nur das unerreichbare Sehnsuchtsziel im Blick zu haben, richten Sie sich auf erreichbare "zweitbeste Ziele“ aus. Das kann manchmal etwas Überraschendes sein, oder einfach etwas Kleineres.
Wählen Sie das Zweitbeste - als das Beste unter den gegebenen Umständen
Überlegen Sie, was ein zweitbestes Ziel sein könnte, das Ihnen hilft, Ihrem Sehnsuchtsziel näher zu kommen oder Ihre aktuelle Situation zu verbessern. Zweitbeste Ziele können sogar das: langfristig die Wahrscheinlichkeit erhöhen, das Sehnsuchtsziel zu erreichen. Ist zum Beispiel ein nächster Karriereschritt nicht möglich, könnten Sie eine Weiterbildung beginnen. Oder sich auf kleinere Projekte konzentrieren, die Sie weiterbringen und glücklich machen.
Wenn Sie Ihre Lebenskrise meistern wollen, ist es wichtig, dass Sie Ihre zweitbesten Ziele entwickeln. So bleiben Sie auch in Situationen handlungsfähig und zufrieden, die vorher aussichtslos schienen.
Schritt 4:
Fokussieren Sie das, was Sie selbst gestalten können
Konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie selbst beeinflussen können. Das stärkt Ihr Gefühl von Kontrolle. Und das Erleben, selbst wirksam zu sein. Nutzen Sie sämtliche eigenen Ressourcen, Kompetenzen und Möglichkeiten, anstatt sich als den Umständen ausgeliefert und machtlos zu fühlen.
Finden Sie Ihren passenden Weg
Ihr bester und wichtigster Kunde springt ab? Erkennen Sie an, dass das Gewohnte momentan nicht möglich ist. Würdigen Sie Ihr Sehnsuchtsziel, mit Ihrem Unternehmen zügig und leicht voranzukommen. Was ist jetzt möglich? Wer könnte zum Beispiel ein neuer, zweitbester Kunde sein?
Prüfen Sie auf jeden Fall, ob der zweitbeste Weg realistisch sind und zu Ihren Werten passt. Formulieren Sie konkrete Handlungsschritte, um zum Beispiel Ihren Kundenkreis auszubauen. Oder neue Märkte zu erschließen, die die Chancen Ihres Unternehmens erhöhen.
Um Ihre Lebenskrise zu meistern, gestalten Sie den Prozess überschaubar und so, dass Sie motiviert sind.
Schritt 5:
Gönnen Sie sich Ehrenrunden
Es geht nicht sofort alles glatt, wenn man etwas Neues macht. Das ist völlig normal. Man kann nicht einfach einen Hebel umlegen. Stattdessen sind Sie eingeladen, Ungewohntes auszuprobieren. Damit zu experimentieren.
Und wenn es nicht geht? Wenn Sie kläglich scheitern? Dann gehen Sie mit sich um wie mit einem guten Freund: wohlwollend und barmherzig. Betrachten Sie Rückfälle in alte Muster im Denken, Fühlen und Verhalten am besten als „Ehrenrunden“. Und die gehören zum Entwicklungsprozess dazu. Sie bieten Raum zum Reflektieren und Dazulernen. Sie geben Ihnen Ideen, wie Sie anders an die Sache herangehen können.
Fragen Sie sich:
• Was hat dazu geführt, dass ich in mein altes Muster zurückgefallen bin?
• Was habe ich daraus gelernt?
Ihre Lebenskrise meistern Sie, indem Sie
• bei Misserfolgen freundlich und gelassen mit sich umgehen
• sich auf das Machbare konzentrieren und
• den Druck loslassen, das Gegebene sofort und perfekt ändern zu müssen.
Fazit: Meistern Sie Ihre Lebenskrise – und finden Sie den Weg zu Ihrem Glück
„Nimmt man die Chance aus der Krise - wird sie zur Gefahr.
Nimmt man die Angst aus der Krise - wird sie zur Chance.“
Das sagt eine alte Volksweisheit.
Das wirklich Beste: Kein Verlust, kein Schicksalsschlag oder Zerbruch muss länger die Hauptrolle in Ihrem Leben spielen. Sie können lernen, dieses Leben zu lieben. Bewusster, mit mehr Mitgefühl für sich selbst und andere.
Es geht weiter
Akzeptieren Sie das, was nun mal so ist. Das sich vielleicht nie ändern wird. Und passen Sie Ihre Ziele kreativ daran an.
Lösungen für scheinbar unlösbare Herausforderungen gibt es immer. Sie können in jeder vertrackten Situation irgendetwas verändern - zumindest, wie Sie dazu in Beziehung gehen. Das ist der Anfang für eine neue Perspektive. Und einen neuen Weg.
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Anmerkung: Das Restriktionsmodell stammt vom Arzt und Volkswirt Dr. Gunther Schmidt gunther-schmidt.net.
Autoren: Günther Höhfeld, Karin Dölla-Höhfeld www.hoehfelds-hof.de